COVID-19

Mit Mundschutz und Bio-Urne aus Salz: Daniel Izquierdo-Hänni mit Blick auf die Costa Blanca

 

UND JETZT, WIE WEITER?

Die COVID-19 Pandemie hat so einiges auf den Kopf gestellt, rasch für ein paar Tage nach Spanien zu fliegen ist auf Grund der diversen Bestimmungen (Mundschutz, Quarantänen) nicht mehr möglich. Auch ad mediterraneum spürt diese Reisebeschränkungen. Es kommen zwar immer wieder Anfragen rein, schließlich ist das Interesse an einer Seebestattung im Mittelmeer respektive eine Naturbestattungen unter der spanischen Sonne auch in COVID-19 Zeiten ungebrochen. Doch, wie soll man das als Hinterbliebene angehen?

DER LETZTE WILLE IST UNS «HEILIG»

ad mediterraneum hat schon Seebestattungen an Stellen durchgeführt, die aus spanischer Behördensicht nicht ganz korrekt gewesen sind. Warum? Weil für ad mediterraneum der letzte Wunsch eines Menschen schon immer entscheidend gewesen ist. COVID-19 hat in den vergangenen Monaten immer wieder verhindert, dass Angehörigen dem Wunsch nach einer letzten Ruhe im Mittelmeer, unter der spanischen Sonne, nicht nachgekommen sind. Einerseits verständlich, andererseits…

SICH ZEIT GEBEN

Ein Todesfall, und sei dieser noch so vorhersehbar, sorgt immer für Hektik und Stress – auch im emotionalen Sinne. Daher ist es entscheidend sich nach dem Verlust einer geliebten Person Zeit zu geben. Zeit um zu Trauern, Zeit um sich an die guten Momente zu erinnern.

Aus zahlreichen Gesprächen mit Hinterbliebenen weiß ad mediterraneum, dass diese Trauerarbeit mit der Abschiedsfeier bei sich zu Hause in Deutschland, Österreich oder der Schweiz anfängt. Nicht selten fand dann die letzte Reise aufs Mittelmeer Monate später statt, mit genügend Abstand zum Sterbefall und seinen negativen Sensationen. ad mediterraneum nimmt in dieser Zwischenzeit die sterblichen Überreste vertrauensvoll in Gewahrsam und organisiert die Seebestattung dann, wenn die Hinterbliebenen wirklich auch Zeit haben um nach Spanien zu Reisen.

ANONYME SEEBESTATTUNG – UND TROTZDEM NICHT ALLEIN

Mitten während des COVID-19 Lockdowns erhielt ad mediterraneum aus Berlin den Auftrag für eine Seebestattung im spanischen Atlantik – und zwar ohne Angehörige. Also fuhr Daniel Izquierdo-Hänni Mitte Juli 2020 anstatt mit der Bahn, die auf Grund der Pandemie den Betrieb nicht voll aufgenommen hatte, mit dem PKW von Valencia nach Huelva, um an der Costa de Luz die anonyme Seebestattung durchzuführen. Tags darauf erhielt der Auftraggeber in Deutschland ein kurzes Video, ein paar Fotos und die genauen GPS-Koordinaten dieser letzten Reise. Coronavirus-Pandemie, die seit Frühjahr 2020 Europa und die ganze Welt in Atmen halt, hat so einiges in unserem Leben auf den Kopf gestellt.

24. Juli 2020, in der Nähe von Huelva auf dem Atlantik . Um diese Seebestattung durchzuführen sind Daniel Izquierdo-Hänni und seine Gattin knapp neun Stunden von Valencia nach Andalusien runtergefahren.